Vermögende lassen sich im Vorfeld der Abgeltungsteuer Zeit

Andreas Funk | 17. Juli 2008

BuchtippPanischer Aktionismus ist nicht gerade die Sache der Gutverdiener und Vermögenden in Deutschland. Wie das Beratungshaus Psychonomics berichtet, haben erst zwölf Prozent dieser Bevölkerungsgruppe in Deutschland ihr Vermögen im Hinblick auf die kommende Abgeltungsteuer steuersparend umgeschichtet.

Die aktuelle Studie “Abgeltungsteuer: Steuersparstrategien von Vermögenden”, für die rund 600 vermögende Privatkunden in Deutschland befragt wurden, ergab, dass bislang 51 Prozent mindestens einmal von ihrer Bank, einem unabhängigen Finanz- und Vermögensberater oder einem Versicherungsvermittler informiert wurden.

Grundsätzlich könnten Besserverdienende mit ihrem persönlichen Steuersatz von der im Januar 2009 in Kraft tretenden Abgeltungsteuer profitieren, meint Psychonomics. Wer letztlich zu den Gewinnern der Pauschalbesteuerung von Erträgen aus Zinsen und Kursgewinnen zählt, entscheiden – wie so oft – die richtigen Anlagestrategien sowie Portfoliostrukturen. 86 Prozent der Vermögenden wollen sich daher zunächst noch weiter über die persönlichen Auswirkungen der Abgeltungsteuer informieren und beraten lassen.

Nur wenig aktive Ansprache der Vermögenden
Jeder dritte Vermögende beabsichtigt derzeit, bis zum Jahresende weitere Geldanlagen vorzunehmen. Bei einem Viertel davon handele es sich dabei um “neues” Geld“, das nicht aus bereits bestehenden Anlagen stammt. Trotzdem seien erst 35 Prozent dieser attraktiven Zielgruppe aktiv von der Finanzwirtschaft auf die Abgeltungssteuer angesprochen worden.

Mit ihrer Vermögensstrategie setzen die Besserverdienter vor allem auf Aktienfonds, Einzelaktien sowie Fest- und Tagesgeld. Bei den Aktienfonds stehen DWS, Allianz Global Investors und Union Investment an der Spitze der Beliebheitsskala. Bei den Investmentfonds sind es derzeit Deka, DWS und Fidelity. Aufgrund der noch laufenden Informations- und Beratungsaktivitäten haben sich viele vermögende Anleger aber auch noch nicht festgelegt, wem sie künftig ihr Vertrauen schenken wollen.

Fondssparpläne im Hintertreffen
Als großen Verlierer der Abgeltungsteuer auf Produktseite macht Psychonomics die Fondssparpläne aus. Ein Drittel der Besitzer wollen diese bis zum Jahresende auflösen und das frei gewordene Kapital anderweitig anlegen. “Das Rennen um das Geschäft mit der Abgeltungsteuer ist längst noch nicht entschieden. Wer jetzt mit kundenorientierten und zielgruppenspezifischen Beratungs- und Lösungsansätzen auf seine Kunden zugeht, kann in der zweiten Jahreshälfte punkten”, erklärt Studienleiter Karsten Schulte, Finanzmarktforschungsexperte bei Psychonomics.

Dabei schaue ein Großteil der Vermögenden nicht nur nach Chancen im eigenen Land. Auch Anlagemöglichkeiten im Ausland kommt für mehr als die Hälfte in Betracht. 38 Prozent davon haben über diese Option bereits selbst nachgedacht. Allerdings sollte gerade die Abgeltungssteuer nach dem Willen des Gesetzgebers die Kapitalflucht ins Ausland verhindern.

Hintergrund
Die komplette rund 60-seitige Studie mit Differenzierungen nach einzelnen Anbietern (Banken, Versicherungen sowie Fonds- und Investmentgesellschaften) sowie den einzelnen relevanten Produktgruppen kann bei psychonomics bestellt werden
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Autorin / Quelle : Angelika Breinich-Schilly – Bankmagazin

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